Production footprintProduktions­netz­werke neu denken: Werke, Produktions­programm und Märkte!

Production Footprint – globale Produktionsnetzwerke strategisch ausrichten

Ein wettbewerbsfähiger Production Footprint beantwortet eine zentrale Frage: Welches Werk produziert was – für welchen Markt – und mit welchen logistischen Konsequenzen? Genau an dieser Stelle überschneiden sich Produktionsstrategie, Standortstruktur, Bestände, Materialflüsse und Supply Chain Design. Ein Production Footprint ist deshalb keine isolierte Werksentscheidung, sondern die strategische Ausrichtung des gesamten Produktions- und Logistiknetzwerks auf Unternehmensziele wie Kosten, Lieferfähigkeit, Resilienz und Wachstum.

Was wir unter Production Footprint verstehen

Unter Production Footprint verstehen wir die Gestaltung und Weiterentwicklung Ihres globalen Produktionsnetzwerks: also die Frage, welche Standorte welche Rollen übernehmen, welche Produkte und Technologien wo allokiert werden und wie das Netzwerk logistisch miteinander verbunden wird. In der Forschung und in der Praxis wird genau dieser Zusammenhang als Teil des breiteren Supply Chain Network Design betrachtet. Während der Logistics Footprint stärker Lager, Hubs, Transportrelationen und Bestandspositionierung beschreibt, umfasst der Production Footprint zusätzlich Produktionsentscheidungen, Wertschöpfungstiefe und Planungslogik.

Olaf Dulz
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Olaf Dulz
Senior-Managementberater und Partner
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Production footprint neu bewerten

Warum Unternehmen ihren Production Footprint heute neu bewerten

Die Anforderungen an Produktionsnetzwerke haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Heute spielen nicht mehr nur Lohnkostenvorteile eine Rolle, sondern zunehmend auch Themen wie geopolitische Risiken, Zölle und Exportrestriktionen, Verfügbarkeit von Fachpersonal, Energiepreise, Infrastrukturqualität, Lieferketten-Transparenz und technologische Möglichkeiten wie Automatisierung oder digitale Supply-Chain-Steuerung. Viele Unternehmen reagieren darauf zunächst mit höheren Beständen – das bindet jedoch Kapital und löst die strukturellen Ursachen nicht. Nachhaltiger ist es, das Produktionsnetzwerk regelmäßig neu zu bewerten und gezielt auszurichten.

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Welche Fragen ein Konzept beantwortet

Welche Fragen ein gutes Production-Footprint-Konzept beantwortet

Ein belastbarer Production Footprint beantwortet unter anderem folgende Fragen:

  • Welche Werke übernehmen welche Rollen im Netzwerk?
  • Welche Produkte, Technologien und Wertschöpfungsschritte werden an welchem Standort gebündelt?
  • Welche Märkte werden aus welchem Werk beliefert? Welche Interaktion gibt es zwischen Werken?
  • Wo lohnt sich Zentralisierung, wo Regionalisierung oder Nearshoring?
  • Wie wirken sich Standortentscheidungen auf Herstellkosten, Bestände, Transportaufwand, Lead Times und Servicelevel aus?
  • Welche Risiken entstehen durch einseitige Abhängigkeiten oder zu lange, zu „dünne“ Logistiknetze?

Gerade diese Verknüpfung von Produktionsallokation und logistischen Konsequenzen ist entscheidend: Standort- und Werkentscheidungen beeinflussen direkt Herstellkosten, Bestände, Transport- und Handlingskosten in der Supply Chain und Distributionslogistik und – nicht zuletzt - Lieferzeiten und Lieferflexibilität.

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Production footprint und Logistik zusammen denken

Production Footprint und Logistik – warum beides zusammen gedacht werden muss

Ein Production Footprint wirkt immer auf die Logistik – und umgekehrt. Die Anzahl, Lage und Rolle von Werken, Lagern und Hubs bestimmen, wie Produkte durch das Netzwerk fließen, wie nah Bestände an der Nachfrage positioniert werden und welche Transportrelationen dauerhaft entstehen. Entscheidungen im Footprint beeinflussen damit direkt:

  • Transportkosten und Transportkomplexität,
  • Durchlauf- und Lieferzeiten,
  • Bestandspositionierung und Sicherheitsbestände,
  • Servicelevel und Reaktionsfähigkeit,
  • Stabilität und Resilienz des Gesamtnetzwerks.

Deshalb betrachten wir Production Footprint eng verbunden mit Supply Chain Design: Ein gutes Werknetzwerk ist nicht nur produktionsseitig sinnvoll, sondern auch logistisch beherrschbar, resilient und wirtschaftlich.

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Unsere Leistungen

Unsere Leistungen im Bereich Production Footprint

Status-quo-Analyse des Produktions- und Logistiknetzwerks

Wir schaffen Transparenz über das bestehende Netzwerk:

  • Rollen und Profile der Werke
  • Kapazitäten, Auslastungen und Engpässe
  • aktuelle Produkt- und Technologieallokation
  • logistische Relationen zwischen Werken, Lagern und Märkten
  • Bestandspositionen und Transportstrukturen
  • Risiken durch Konzentration, Abhängigkeiten oder historisch gewachsene Strukturen

Gerade historisch gewachsene Netzwerke werden oft über Jahre inkrementell angepasst. Das schafft kurzfristig Lösungen, führt aber langfristig zu Ineffizienzen, Komplexität und reduzierter Flexibilität.

Entwicklung von Footprint-Szenarien

Auf Basis der Analyse entwickeln wir belastbare Szenarien, z. B.:

  • Zentralisierung vs. Regionalisierung
  • Nearshoring / Re-shoring / Dual Sourcing
  • Neuverteilung von Produktfamilien und Technologien
  • Zusammenlegung, Ausbau oder Spezialisierung einzelner Werke
  • Entkopplung von Volumen- und Variantenstandorten
  • Anpassung von Lager- und Logistikstrukturen an den neuen Footprint

Dabei bewerten wir in einem Business Case nicht nur Herstellkosten, sondern die Gesamtauswirkungen auf Supply Chain, Logistik, Bestände, Risiko und Service. Genau diese integrierte Perspektive ist für globale Produktionsnetzwerke entscheidend.

Quantitative Bewertung und Entscheidungsunterstützung

Ein belastbarer Production Footprint braucht mehr als Bauchgefühl. Deshalb bewerten wir Szenarien anhand relevanter Kriterien wie:

  • Herstellkosten und Produktivität
  • Investitionen und Verlagerungsaufwand
  • Energie-, Zoll- und Transportkosten
  • Durchlaufzeiten und Lieferzeiten
  • Bestands- und Working-Capital-Effekte
  • Resilienz, Robustheit und Flexibilität

Nach unserer Erfahrung muss ein Production Footprint robust und langfristig ausgelegt sein und trotzdem im Hinblick auf die Veränderungsdynamik von Märkten kontinuierlich neu bewertet werden – so geht Strategie!

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Vorgehens­weise und nächste Schritte

Unser Vorgehen im Production Footprint

1. Netzwerk- und Footprint-Analyse
Transparenz über Werke, Produkte, Kapazitäten, Materialflüsse, Bestände und logistische Relationen.

2. Strategische Leitplanken definieren
Welche Ziele haben Priorität – Kosten, Resilienz, Wachstum, Kundennähe, Flexibilität, Nachhaltigkeit?

3. Szenarien entwickeln
Alternative Footprint-Varianten für Werke, Produktallokation und Logistikstruktur entwerfen.

4. Quantitativ bewerten
Szenarien anhand von Kosten, Service, Risiko, Investitionen und Bestandswirkungen vergleichen.

5. Roadmap und Umsetzung
Von der Zielstruktur über Migrationsschritte bis zur Verzahnung mit Supply Chain Design, Logistik und Planung.

Ihr Nutzen

Ein professionell entwickelter Production Footprint hilft Ihnen dabei,

  • Produktions- und Logistiknetzwerke strategisch auszurichten,
  • Transport- und Bestandsstrukturen zu verbessern,
  • Lead Times und Servicelevel besser zu steuern,
  • Risiken im Netzwerk systematischer zu bewerten,
  • Werkrollen, Produktallokation und Supply Chain Design konsistent aufeinander abzustimmen,
  • und Investitions- oder Verlagerungsentscheidungen belastbarer zu treffen.

FAQ – Production Footprint

Was ist der Unterschied zwischen Production Footprint und Logistics Footprint?

Der Production Footprint beschreibt das Produktionsnetzwerk: also Werke, Produktallokation, Wertschöpfungstiefe und Produktionsrollen. Der Logistics Footprint beschreibt stärker Lager, Hubs, Transportrelationen und Bestandspositionierung. In der Praxis sollten beide immer zusammen betrachtet werden, weil Werkentscheidungen direkte logistische Folgen haben.

Ist Production Footprint eher Strategie oder eher operative Optimierung?

Beides. Der Production Footprint ist ein strategisches Thema, weil er langfristige Standort- und Werkentscheidungen betrifft. Gleichzeitig hat er direkte operative Auswirkungen auf Logistik, Bestände, Lieferfähigkeit und Kosten. Genau deshalb sollte er gemeinsam mit Supply Chain Design entwickelt werden.

Wann sollte ein Footprint überprüft werden?

Nicht nur bei großen Verlagerungsprojekten. Ein Footprint sollte regelmäßig überprüft werden, wenn sich Nachfrage, Märkte, Kosten, Zölle, Risiken, Technologien oder Lieferkettenbedingungen wesentlich verändern. Quellen zur Footprint-Planung und zum Logistics Footprint betonen ausdrücklich die Notwendigkeit kontinuierlicher, datenbasierter Reviews.