Bestandsmanagement und BestandsoptimierungBestände senken, Lieferfähigkeit sichern!

Bestände sind notwendig – aber teuer. Sie puffern Unsicherheiten in Nachfrage, Lieferzeiten und Prozessen, binden gleichzeitig jedoch Kapital, Lagerfläche und Managementaufmerksamkeit. In vielen Unternehmen sind Bestände historisch gewachsen, ohne dass es ein klares, unternehmensweites Bestandsmanagement gibt.

Mit einem strukturierten Bestandsmanagement bringen wir drei Ziele in Einklang:

  • sehr gute Lieferfähigkeit für Ihre Kunden
  • schlanke Bestände und geringere Kapitalbindung
  • einen effizienten Dispositions- und Planungsprozess

Wir betrachten dabei nicht nur einzelne Artikel, sondern das gesamte System aus Sortiment, Planung, Disposition, Beschaffung, Produktion, Service und Organisation.

Warum professionelles Bestandsmanagement heute entscheidend ist

Bestandsmanagement ist ein wesentlicher Hebel zur Verbesserung von Lieferfähigkeit, Liquidität und Working Capital. Während Working Capital Management das gesamte gebundene Umlaufvermögen betrachtet – also Lagerbestände, Kundenforderungen und Lieferantenverbindlichkeiten –, konzentriert sich Bestandsmanagement auf die Frage, wie Lagerbestände sinnvoll gesteuert und nachhaltig optimiert werden können.

Ein professionell aufgesetztes Bestandsmanagement bringt schnell spürbare Effekte:

  • niedrigere Bestandswerte und geringere Kapitalbindung
  • höhere Liquidität für Investitionen und Wachstum
  • stabile oder verbesserte Lieferfähigkeit
  • geringere Verschrottungs- und Abschreibungskosten
  • weniger operative Feuerwehreinsätze in Disposition und Planung
  • mehr Transparenz für Management und Fachbereiche

Wichtig ist uns dabei der Nachhaltigkeitsaspekt: Bestände sollen nicht nur einmalig reduziert, sondern dauerhaft auf einem sinnvollen Niveau gehalten werden – durch klare Standards, saubere Stammdaten und ein verankertes Bestandscontrolling.

Olaf Dulz
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Olaf Dulz
Senior-Managementberater und Partner
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Hebel zur schnellen Bestands­reduzierung

Hebel zur schnellen Bestands­reduzierung

Es gibt eine Reihe von Hebeln, mit denen sich Bestände relativ schnell reduzieren lassen – ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden.

Sortimentsbereinigung & Produktlebenszyklus

Wir identifizieren langsam drehende und auslaufende Artikel, Varianten mit geringer Nachfrage sowie wirtschaftlich nicht rentable Sortimentsteile. Auf dieser Basis entwickeln wir klare Regeln für eine strukturierte Auslaufsteuerung, Sortimentsbereinigung und alternative Beschaffungswege für selten benötigte Teile.

Gerade Sortimentsentscheidungen wirken häufig mittel- bis langfristig, sind dafür aber ein zentraler Hebel, um zukünftige Überbestände zu vermeiden. Eine Verschrottung kann zwar kurzfristig Bestände reduzieren, sollte aufgrund der Wertvernichtung jedoch immer die letzte Option sein.

Bodensatz und Restbestände gezielt abbauen

„Dead Stock“ und Restbestände machen wir zunächst transparent – etwa nach Lagerort, Materialart, Alter und Wert. Auf dieser Grundlage definieren wir konkrete Maßnahmen, mit denen sich Bestandsleichen kontrolliert abbauen lassen, z. B. über Alternativverwendung, Bündelung, Abverkauf oder Umarbeitungen.

Sicherheitsbestände und Reichweiten optimieren

Sicherheitsbestände werden in vielen Unternehmen noch immer „nach Gefühl“ festgelegt. Wir ersetzen Bauchgefühl durch nachvollziehbare Berechnungen auf Basis von Prognosefehlern, Lieferzeiten, Servicegraden und den Besonderheiten der jeweiligen Wertströme. Gleichzeitig definieren wir sinnvolle Zielreichweiten je Produktgruppe.

Versteckte Sicherheiten im ERP reduzieren

In ERP-Systemen wirken häufig zahlreiche Parameter bestandserhöhend, etwa Bedarfsvorlaufzeiten, Planungshorizonte, Rundungsprofile, Reichweitenprofile oder zusätzliche Pufferzeiten. Viele dieser Einstellungen stammen noch aus früheren Datenmigrationen und werden kaum noch hinterfragt.

Das Ergebnis sind „Sicherheiten auf Sicherheiten“ – also mehrere übereinandergelegte Puffer für denselben Bedarf. Ein wichtiger Hebel der Bestandsoptimierung ist daher, diese versteckten Sicherheiten systematisch zu identifizieren, fachlich zu bewerten und gezielt zu reduzieren.

Ursachen von Überbeständen ganzheitlich betrachten

Überhöhte Bestände entstehen nicht nur durch Dispositionsparameter. Weitere Ursachen sind zum Beispiel:

  • doppelt berücksichtigte Bedarfe
  • veraltete oder nie bereinigte Aufträge im System
  • häufige Auftragsänderungen
  • Reservierungen für Altaufträge oder Vorkasse-Aufträge
  • unzureichend abgestimmte Planungs- und Auftragsprozesse

Bestandsoptimierung bedeutet daher immer auch, Planungs-, Auftrags- und Beschaffungsprozesse kritisch zu prüfen – nicht nur Dispositionsparameter im ERP-System.

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Dispositions­strategie und Stamm­daten­management

Dispositionsstrategie & Stammdaten – das Regelwerk im ERP

Das Herzstück eines systematischen Bestandsmanagements ist die Dispositionsstrategie. Sie legt fest, wie unterschiedliche Artikelgruppen disponiert werden und welche Parameter dazu im ERP-System hinterlegt sind.

Typische Fragen dabei sind:

  • Welche Dispositionsverfahren werden eingesetzt?
  • Wie werden Sicherheitsbestände, Meldebestände und Losgrößen berechnet?
  • Wie unterscheiden wir zwischen Hauptgeschäft und Service-/Ersatzteilgeschäft?
  • Welche Artikel können teil- oder vollautomatisch disponiert werden?

Eine durchdachte Dispositionsstrategie macht aus einem unübersichtlichen Dschungel von Dispositionsparametern ein klares Regelwerk. Entscheidungen werden damit nachvollziehbar und reproduzierbar – statt von Person zu Person zu variieren.

Stammdatenmanagement – ohne gepflegte Daten keine gute Disposition

Wir etablieren ein Stammdatenmanagement, das Verantwortlichkeiten, Prozesse und regelmäßige Datenqualitätsprüfungen klar definiert. So ist sichergestellt, dass einmal festgelegte Regeln langfristig verlässlich umgesetzt werden.

Mit gezielten Analysen machen wir Disponenten zudem auf fehlerhafte oder auffällige Dispositionsparameter aufmerksam. Das ist besonders dort wichtig, wo Stammdaten bewusst nicht automatisiert gepflegt werden sollen – etwa bei Mindestlosgrößen, Rundungswerten oder vertraglich bedingten Einstellungen.

Automatisierung der Disposition

Auf Basis einer klaren Dispositionsstrategie können Dispositionsparameter teilautomatisch oder vollautomatisch gepflegt, Bestellvorschläge automatisiert generiert und Ausnahmemeldungen genutzt werden. Disponenten gewinnen dadurch Zeit für die wirklich kritischen Fälle.

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Bestands­analysen und Kenn­zahlen

Bestandsanalysen & Kennzahlen – Transparenz als Startpunkt

Jede Bestandsoptimierung beginnt mit einem klaren Bild der aktuellen Situation. Wir erstellen einen Artikelmaster, der Stammdaten, Bestände, Bewegungen und Lieferdaten zusammenführt. Auf dieser Basis lassen sich Muster, Auffälligkeiten und Handlungsfelder schnell erkennen.

Typische Analysen sind:

  • ABC-/XYZ-Analysen
  • Lebenszyklusanalysen
  • Reichweiten- und Bodensatzanalysen
  • Sortiments- und Variantenanalysen
  • Servicegrad- und Fehlteilanalysen

Darauf aufbauend definieren wir Kennzahlen wie Bestandswert, Lagerumschlag, Reichweite, Dead-Stock-Anteil oder Servicegrade und machen diese über Reports und Dashboards sichtbar. So entsteht ein Bestandscontrolling, das aktiv steuern kann.

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Software im Bestands­management

Software im Bestandsmanagement – erst organisieren, dann investieren

Neue Tools für Bestandsmanagement, APS oder Forecasting können sehr viel leisten – wenn die Grundlagen stimmen. Ohne klare Prozesse, saubere Stammdaten und eine saubere Dispositionsstrategie bleibt der Nutzen zusätzlicher Software jedoch oft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Deshalb gilt für uns: Erst organisieren, dann investieren.

Bevor wir über neue Software sprechen, klären wir mit Ihnen:

  • die fachlichen Ziele
  • die Prozesse und Rollen
  • die Datenbasis
  • und die notwendige Planungs- und Steuerungslogik

Erst dann entscheiden wir gemeinsam, ob und welche zusätzliche Software wirklich sinnvoll ist.

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Vorgehens­weise und nächste Schritte

So laufen Bestandsmanagement-Projekte mit uns ab

Bestandsmanagement ist kein einmaliges Projekt, sondern ein abteilungsübergreifender Prozess. Eine einmalige Bestandsaktion senkt zwar kurzfristig Lagerwerte – ohne Systematik und einen sinnvollen Prozess im Hintergrund können diese aber schnell wieder ansteigen.

Typischer Ablauf:

  • Bestands- und Datenanalyse
  • Erhebung der IST-Prozesse
  • Maßnahmenplan & Business Case
  • Umsetzung von Kurzfristmaßnahmen
  • Umsetzung in Prozessen und Systemen
  • Controlling & Nachhaltigkeit

Ob Bestands-Quick-Check, Pilotprojekt oder umfassende Bestandsoptimierung – wir richten uns nach Ihrem Bedarf.

FAQ – Häufige Fragen zum Bestandsmanagement

Wie schnell lassen sich Bestände reduzieren?

Wie schnell sich Bestände reduzieren lassen, hängt stark von Branche, Ausgangssituation, Datenqualität und der Geschwindigkeit interner Entscheidungen ab. Erste Effekte sind in vielen Unternehmen bereits nach wenigen Monaten möglich – etwa durch Sortimentsbereinigung, die Anpassung von Dispositionsparametern und den gezielten Abbau von Bodensätzen und Altbeständen.

Besteht die Gefahr, dass die Lieferfähigkeit leidet?

Unser Ansatz ist grundsätzlich servicegradorientiert. Ziel ist ein besseres Verhältnis von Bestand und Lieferfähigkeit – nicht eine einseitige Minimierung der Lagerwerte.

Brauchen wir zwingend zusätzliche Software?

Nein. In vielen Fällen lassen sich bereits vorhandene ERP-Funktionen deutlich besser nutzen. Zusätzliche Tools sind vor allem dann sinnvoll, wenn bestimmte Anforderungen mit Bordmitteln nicht mehr effizient abgebildet werden können.

Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich ein strukturiertes Bestandsmanagement?

Entscheidend ist weniger die Unternehmensgröße als die Bedeutung der Bestände für Ihr Geschäftsmodell. Wenn Lagerbestände einen wesentlichen Kapital- oder Ergebnistreiber darstellen oder regelmäßig Lieferthemen auftreten, lohnt sich ein strukturierter Blick – unabhängig davon, ob Sie 20 oder 20.000 Artikel bewirtschaften.